Präsidentschaftsübergabe KMK

von 15. Januar 2018Aktuelles

 

Große Herausforderungen brauchen mutige Entscheidungen

Udo Beckmann: „In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels setzt der neue KMK-Präsident Holter mit seinem Schwerpunkt auf Demokratieerziehung ein wichtiges und richtiges Zeichen.“

Täglich erleben wir die zunehmende Verrohung der Sprache und Umgangsformen. Es ist ein Gebot der Stunde, gemeinsam für ein tolerantes und lebenswertes Miteinander einzutreten. Demokratieerziehung zur Chefsache zu machen ist eine gute Entscheidung“ betont der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, anlässlich der Präsidentschaftsübergabe der Kultusministerkonferenz an den thüringischen Bildungsminister Helmut Holter, dem er für seine Amtszeit viel Erfolg wünscht. Der VBE unterstützt das Manifest „Haltung zählt“ seines bayerischen Landesverbandes, dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Zudem wurde auf der letzten VBE-Bundesversammlung im November 2017 einstimmig ein Positionspapier zur Demokratiepädagogik verabschiedet. Der VBE erwartet von dem neuen KMK-Präsidenten:

    1. die Aufwertung der Bedeutung des Bildungsziels Demokratie,
    2. die Stärkung der politischen Bildung,
    3. die Stärkung der politischen Medienkompetenz,
    4. mehr erfahrbare Partizipation in einer demokratischen Schule,
    5. Demokratischen Unterricht,
    6. die feste Verankerung der Demokratiepädagogik in der Lehrerbildung.

Udo Beckmann kommentiert: „Lange wurde die politische Bildung mit anderen Fächern zusammengelegt und auf kleinste Lerninhalte zusammengeschrumpft. Um das gesellschaftliche Klima wieder zu verändern, braucht es aber das Gegenteil. Es braucht starke Kinder, die Demokratie kennen, erleben und begeistert von ihr sind.“

Die KMK begeht an diesem Montag zudem das 70-jährige Jubiläum ihres Bestehens. Der VBE-Bundesvorsitzende unterstreicht: „Die KMK muss sich dafür einsetzen, dass die Bedingungen in den Ländern nicht noch weiter auseinanderdriften. Bei dem Ringen um Lösungen besteht jedoch der Zwang zur Einigkeit – weswegen das Ergebnis oft den Minimalkonsens repräsentiert. Um die großen Herausforderungen, wie Inklusion, Integration und Bildung in einer digitalen Welt, angehen zu können, braucht es aber mehr Ehrgeiz, auch mutige Entscheidungen gemeinsam zu tragen. Richtig ist aber auch, dass die Länder die enormen Herausforderungen ohne die Unterstützung des Bundes nicht schultern können.“

Am Beispiel des Lehrermangels sehe man deutlich, wie wenig Bereitschaft die Länder zeigen, aufeinander zuzugehen: „Ich erkenne bis heute keinen Plan, wie man das Problem des Lehrermangels konzertiert beheben will. Ausbildungskapazitäten müssen endlich bedarfsgerecht erhöht, die Ausbildungsbedingungen verbessert und die Mobilität gewährleistet werden. Solange einzelne Bundesländer ihren Lehrerbedarf dadurch decken, dass sie aus anderen Ländern Lehrkräfte abwerben, aber selbst nicht bedarfsgerecht ausbilden, bleibt das Ganze eine Farce.

Quelle: 12.01.2018 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) 

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