EU-Kommission veröffentlicht Bildungsmonitor für die EU

von 15. November 2017Aktuelles

Die EU-Kommission hat die sechste Auflage des jährlich erscheinenden Monitors für die allgemeine und berufliche Bildung veröffentlicht. Diese Studie untersucht den Fortschritt im Bildungsbereich in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten und erstellt daraus einen EU-Durchschnitt. Der Bericht orientiert sich an den sechs Zielen der EU-Strategie für die allgemeine und berufliche Bildung 2020, u. a. Schulabbrecherquoten, Hochschulabschlüsse, Kenntnisse in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Erwachsenenbildung. Im diesjährigen Bericht finden sich Licht und Schatten: So ist die Schulabbrecherquote gesunken und zwei Drittel der EU-Mitgliedstaaten haben ihre Bildungsausgaben dem Niveau vor der Finanzkrise nach oben angleichen können. Positiv bewertet die Kommission auch die im EU-Durchschnitt gestiegenen Zahlen bei Hochschulabschlüssen. Im Bericht wird jedoch auch ein Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und sozioökonomischen Verhältnissen deutlich.

Der Länderbericht für Deutschland wartet mit vielen positiven Tendenzen auf. So besteht zwar weiterhin ein Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf das Bildungsergebnis, jedoch weist der Trend auf eine schwächere Ausprägung hin. Die künftigen Herausforderungen Deutschlands seien laut EU-Kommission die weiterhin unter dem EU-Durchschnitt liegenden öffentlichen Ausgaben im Bildungsbereich, unbefriedigende Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern beim Lesen, bei Mathematik und Naturwissenschaften sowie Qualität und Verfügbarkeit frühkindlicher Betreuung. Positive Erwähnung finden die „erheblichen Anstrengungen“, die für die Integration von Flüchtlingen unternommen wurden. Auch seien die Quoten der Hochschuleinschreibungen und Hochschulabschlüsse gestiegen, allerdings bei gleichzeitig gesunkenen Attraktivitätswerten der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Bewertung:
Die EU-Kommission spricht in ihrem Länderbericht wichtige Prioritäten der BDA an. So müssen die frühkindliche Bildung bedarfsgerecht ausgebaut und bundesweite inhaltliche Qualitätsstandards durchgesetzt werden. Auch die MINT-Bildung sollte früher und intensiver in den Lehrplänen aller Schulformen verankert werden. Durch konsequente, praxisorientierte Berufsorientierung in allen Schulformen, auch am Gymnasium, müssen die Chancen der dualen Ausbildung noch umfassender aufgezeigt werden. Nur wenn die Jugendlichen gut über die Bandbreite ihrer beruflichen Möglichkeiten informiert sind, können sie sich auch entsprechend ihren Talenten und Interessen für ein Berufsfeld und den Weg dorthin über Ausbildung und/oder Studium entscheiden. Hier sind neben den Schulen auch Unternehmen und Eltern gefragt, sich mit Rat und Tat einzubringen. Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland bietet hier – auch in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit – eine Fülle von Best Practice.

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